Mit Klick auf die jeweiligen Nummern in der Skizze der 5* können alle Hindernisse inklusive Beschreibungen von Kurs Designer Mike Etherington-Smith einzeln angesehen werden.

Hindernisse Longines CCI5*-L   

Mit dem Parcourschef über die Geländestrecke

Es ist schön wieder in Luhmühlen in Aktion zu sein. Ein großes Dankeschön an Julia, an die Sponsoren und das gesamte Team, die alles dafür geben, dieses Event stattfinden zu lassen.

 

Außerdem gibt es seit diesem Jahr eine neue Fläche im Gelände, die nun zum ersten Mal eingesetzt wird. Dies ist der erste Schritt und ist eine spannende Möglichkeit für die kommenden Jahre.

 

Es ist spannend zu sehen, wie die Reiter sich schlagen, jetzt wo der Sport nach und nach wieder in seinen gewohnten Gang zurückkehrt. Als Course Designer muss dennoch immer bedacht werden, dass einige Reiter bereits erfahren sind, es aber trotzdem immer wieder viele Newcomer gibt, die zum ersten Mal auf diesem Niveau unterwegs sind und sich mit den routinierten Reiter der vergangenen Jahre messen.

 

Mit dem Nutzen des neuen Feldes hoffe ich, dass die Zeit im Gelände mehr Einfluss nimmt, aber angesichts des diesjährigen hochkarätigen Starterfelds war ich vielleicht ein bisschen zu optimistisch. Wir können uns aber glücklich schätzen, dieses Jahr so viele Weltklasse-Reiter und –Pferde in Luhmühlen begrüßen zu dürfen und freuen uns auf spannenden Sport.

 

Der Kurs geht rechtsherum und beinhaltet einige Hindernisse der Europameisterschaften 2019. Der Auftakt der Sparkasse Harburg-Buxtehude (1), Güldenmoor (2) und der Bienenoxer (3) bieten den Reitern einen gute Möglichkeit, die Pferde in den Rhythmus zu bringen und sie rund springen zu lassen.

 

Das Longines Wasser (4/5) kommt bereits früh im Kurs, daher ist es wichtig, dass die Paare bereits gut in Gang sind. Eine längere Galoppstrecke liegt zwischen Sprung 3 und dem Tiefsprung ins Longines Wasser und ist die erste reelle Aufgabe des Kurses. Die Pferde kommen den Berg herunter und sehen dann erst das Wasser vor ihnen.

 

Alle diese Sprünge hier verlangen Vertrauen, Korrektheit, Sportlichkeit, Ehrlichkeit und gutes Reiten. Der Tiefsprung ins Wasser hat mit 2m Tiefe sein Maximalmaß erreicht, darauf folgt auf vier Galoppsprünge ein Boot auf gebogener Linie und danach geht es mit drei Galoppsprüngen zu einer schmalen Dreifach-Hecke. Ein flüssiger Rhythmus gilt hier als Vorbereitung für die kommenden Aufgaben. Für alle, die sich nicht ganz an die Spitze trauen, gibt es hier
auch eine Alternative.

 

Die Hof Sudermühlens Reiterbar (6) ist ein großer Tisch auf dem Weg zum Hauptplatz.

 

Der Vogel (7) ist als einzelner Sprung keine schwere Aufgabe und bereitet auf die Longines Kombination (8) vor. Die Linie und das richtige Tempo sind hier sehr entscheidend, um die beiden folgenden Ecken gut zu überwinden. Die Linie ist nicht einfach, Pferde und Reiter müssen sich konzentrieren und mitdenken, ansonsten kann es schnell zu einem Vorbeiläufer kommen.

 

Es folgt der Gärtnerei Wrede Rennbahnsprung (9), der Respekt verdient, obwohl es kein schweres Hindernis ist, auf dem Weg zum Gestüt (10/11ab) mit den beiden Gattern. Die Unsicherheit hier wird bleiben, wie groß die Pferde über Sprung 10 springen. Zu groß springen beduetet, dass die Gatter dann schwieriger werden, somit ist das Tempo im Anritt wichtig. Die Gatter sind mit dem MIM-Sicherheits-System ausgestattet. Jeder, der die Linie nicht direkt trifft, kann einen Zirkel reiten, ohne Strafpunkte zu kassieren.

 

Der Holzstoß (12) hat Maximalmaße und bereitet die Reiter auf den Meßmer Teich (13/14ab/15) vor. In diesem Jahr verlangt der direkte Weg Ehrlichkeit und Genauigkeit, um den schmalen Sprung im Wasser zu treffen. Die Ungewissheit für die Reiter wird sein, ob ihre Pferde einfach ins Wasser galoppieren. Manchmal sehen wir Pferde die ins Wasser springen, obwohl es keine Kante gibt. Jedes Pferd, dass unerwartet ins Wasser springen wird, wird seinem Reiter mehr Arbeit machen und das Hindernis schwerer machen.

 

Dann geht es weiter auf die Insel und über einen mächtigen Tiefsprung wieder ins Wasser, worauf wiederum schnell eine schräge Hecke nach dem Ausritt folgt. Pferd und Reiter müssen hier selbstbewusst durch die direkte Linie, da die Alternative sehr viel zeitaufwändiger ist.

 

Das attraktive Hindernis an der Wassermühle am Ende des Komplexes dient als Spaß-Sprung nach dem intensiven Wasser.

 

Es folgt eine Galoppstrecke durch den Wald zum Vogelnest (16), der als Erholungssprung gilt, obwohl er sehr groß auf dem Hügel aussieht, bevor es dann weiter zur LVM Wellenbahn (17) geht. Diese ist ähnlich wie zu den Europameisterschaften, aber schwieriger und etwas größer.
 

Auf den deformierbaren Steilsprung auf der Kuppe folgt der maximale Tiefsprung, welches beides relativ direkt ist, aber die wirkliche Abfrage ist die darauf folgende Ecke. Die weit gebaute Ecke verlangt Mut, Balance und Ehrlichkeit, wobei viel davon abhängt, wie die Pferde den Tiefsprung springen. Wenn der Tiefsprung nicht gut gelingt, können die Reiter an der Ecke vorbei reiten und gelangen zu einer anderen, nicht in direkter Folge, stehenden Ecke – Entscheidung ist gefragt!

 

Ohne Verschnaufpause geht es weiter zu Luhmühlens Wasserspiele (18), ein Baumstamm ins Wasser gefolgt von zwei versetzten Hecken. Auf diesem Niveau würde ich erwarten, dass die Meisten es sehr gut springen werden.

 

Jetzt geht es das erste Mal auf die neue Wiese, die wir in den Jahren weiterentwickeln wollen. Der Pappel Sprung (19) hat maximale Maße (sieht mächtig aus), dient aber dennoch nach zwei Kombinationen als Erholungssprung. Darauf folgen der Lotto Tisch (20) und die Doppel-Ecken-Kombination (21/22/23).

 

Zwei offene, mit Sicherheitssystemen ausgestattete, Ecken fragen hier gutes Anreiten, Ehrlichkeit und Korrektheit ab. Ein weiterer Sprung, um zu sehen, wie gut das Verhältnis zwischen Pferd und Reiter ist. Hier ist die Alternative sehr zeitaufwendig.

 

Zurück zum Wasser auf der anderen Wiese geht es über den Blumentisch (24) und dann erneut zu Luhmühlens Wasserspiele (25). Ein Vorbeiläufer an der schmalen Hecke kann schnell passieren, also keine Zeit für Unsicherheiten bevor es wieder durch das Wasser zur Blumenbox geht, die auf einem kleinen Hügel steht. Auch hier gibt es einen Alternative, die aber auch sehr viel Zeit kostet.

 

Kurz durchatmen, denn es folgen zwei direkte Hindernisse. Die Windmühle (26) und der Trakehner (27) sollten keine großen Probleme bereiten.

 

Das Coffin (28) ist eine traditionelle Aufgabe. Ich habe versucht sicherzustellen, dass die Reiter den ganzen Kurs konzentriert sein müssen und das gilt auch für die letzte Minute im Kurs. Es sollte keine Probleme darstellen, wenn gut geritten wird. Die einzige wirkliche Chance ist ein Vorbeiläufer am letzten Hindernis.

 

Der imposante Horseware Jump (29) sieht mächtig aus, lässt sich aber immer gut springen.

 

Die letzte Aufgabe des diesjährigen Kurses ist zwar die letzte Aufgabe, aber kein Einzelsprung, der Championships Way (30). Hier geht es darum, nochmal die letzte Konzentration aufzubringen. Ein Vorbeiläufer so kurz vor dem Ziel wäre so frustrierend.

 

Und dann zum letzten Sprung, dem Longines Final Jump (31), auf welchen sich alle Reiter freuen werden.

 

Vielen Dank, wie immer, an das Course Building team rund um David Evans und Carl Fletcher, die dafür sorgen, dass alle Sprünge so gut aussehen. Ich hoffe, dass alle einen guten, positive Geländetag habenund wir viele gute Bilder sehen werden.

 

 

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Mike Etherington-Smith